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7. Schreibhandwerk: Handlung in Fantasy-Romanen

Handlungen guter Fantasy-Romane sind weder zu linear noch zu komplex. Zu lineare Handlungen sind vorhersehbar, zu komplexe Handlungen bereiten dem Leser Verständnisschwierigkeiten.

Verlage veröffentlichen allerdings auch Fantasy-Romane beider Extreme.

1. Dichte und dünne Handlung

Dein Fantasy-Roman hat viel Handlung, wenn viele handlungsrelevante Wendepunkte vorkommen. Anders gesagt: handlungsrelevante Handlung.

Der folgende Text hat sehr viel Handlung:

"Der Held beendete seine Ausbildung zum Krieger. Er reiste zum Schloss, wo er die Prinzessin rettete, reiste dann zur Festung des Antagonisten und besiegte ihn. Schließlich kehrte der Held zur Prinzessin zurück und heiratete sie."

Der Text erinnert mehr an ein Fantasy-ExposÉ als an eine Fantasy-Geschichte. Gute ExposÉs sind Texte mit dichter Handlung. Handlungen sind dicht, wenn handlungsrelevante Wendepunkte schnell aufeinander folgen. Für einen Fantasy-Roman ist die Handlung im obigen Text zu dicht. Allerdings neigen viele Fantasy-Romane zu sehr dünner Handlung. Solche Fantasy-Romane bekommen dann auf Amazon Rezensionen von "langatmig" bis "langweilig".

Umgekehrt kommt auch Kritik von Lesern, wenn der Autor seine Fantasy-Figuren durch die Szenen hetzt und der Leser sich nicht "einfühlen" kann.

2. Was Handlung nicht ist

Was handlungsrelevante Handlung ist, begreift man am besten, indem der Autor sich klarmacht, was Handlung alles nicht ist:

Handlung ist keine Beschreibung
Je mehr Seiten deines Fantasy-Romans für die Beschreibung der Sonnenstadt oder Wolkenstadt draufgehen, desto weniger Handlung hat der Roman. Viele Beschreibungen bedeuten wenig Handlung.

Handlung sind keine Figuren-Gedanken
Philosophiert deine Fantasy-Figur über Gott und die Welt, versinkt sie in Wut und Zorn oder der Romantik der Liebe, macht die Handlung auch hier eine Pause.

Handlungsrelevant sind nur Gedanken, wo die Fantasy-Figur eine wichtige Entscheidung fällt:

"Soll ich den Bösewicht töten? – Ja, ich muss!"

Allerdings sind handlungsrelevante Gedanken noch keine Handlung. Handlung entsteht im Fantasy-Roman erst, wenn die Fantasy-Figur ihre Entscheidung umsetzt.

Doch nicht jede Entscheidung ist handlungsrelevant:

"Soll ich Schokofrösche oder Zauberkekse essen?" ist in den meisten Fantasy-Romanen keine handlungsrelevante Entscheidung.

Handlung sind nur wenige Dialoge
Für Dialoge in Fantasy-Romanen gilt wie für Figuren- Gedanken: Nur wenige Sätze der Dialoge sind handlungsrelevant.

Handlungsrelevante Dialoge findet der Leser in Szenen, wo ein Rat der Weisen Urteile verkündet oder wo zwei Helden sich im Streit trennen.

Auch Enthüllungen sind in Fantasy-Romanen oft handlungsrelevant: Dialoge über wahre Identität und Verrat.

Nicht handlungsrelevanter Dialog ist dagegen Smalltalk: über die Eberjagd, die Schwerttechniken, den Zorn der Götter ... Auch Streit über Nichtigkeiten ("Gib mir den Schokofrosch zurück!") gehört nicht zu handlungsrelevanten Dialogen in Fantasy-Romanen.

In schlechten Dialogen (also langatmigen Dialogen) kämpft des Leser der Fantasy-Romans sich durch viel "Gelaber", ohne dass die Fantasy-Figuren etwas Handlungsrelevantes sagen.

Wenn Fantasy-Romane Dialoge mit Geplauder haben, sollten sie zumindest dazu dienen, die Figuren dreidimensionaler zu machen und Facetten ihres Charakters zu zeigen.

Handlungsrelevante Handlung ist keine Action
Der Schwertkampf über zehn Seiten, die Flucht vor dunklen Magiern ... Kampf, Flucht, Verfolgung - das ist Spannung und Action, aber wichtige Handlung ist das nicht.

Die Fantasy-Figuren handeln hier zwar viel, aber handlungsrelevante Handlung sind Kampf und Verfolgung nicht. Handlungsrelevant sind nur Anfang und Ende des Schwertkampfs: Wie kamen die Fantasy-Figuren zum Schwerkampf? Siegt der Protagonist oder der Antagonist? Die Hiebe, Streiche und Paraden sind aber nicht handlungsrelevant. Dasselbe gilt für die Feuerwände, Lavaseen und Burgmauern, die eure Fantasy-Figuren auf der Flucht überwinden.

3. Fantasy-Romane mit dichter und dünner Handlung erkennen

Faustregel: Je leichter dein Fantasy-Roman in ein verlagstaugliches ExposÉ zu quetschen ist, desto weniger Handlung hat derFantasy-Roman und desto einfacher ist die Handlung gestrickt.

Das ist wohl einer der Gründe, warum Verlage nicht viele Fantasy-Romane mit wirklich origineller und dichter Handlung veröffentlichen. Solche Handlungen überzeugen nicht so leicht im ExposÉ. In ExposÉs klingen die einfachsten und vertrautesten Handlungsschemas, gemixt mit einer Portion Neuheit, am besten.

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